MASTANLAGEN WIDERSTAND auf dem Wintertollwood

vom 20.-23.12.2013

Bei dem diesjährigen Wintertollwood war auch MASTANLAGENWIDERSTAND mit einem Infostand vertreten.

Auf dem gesamten Festivalgelände waren Besucher_innen mit dem Thema Fleischkonsum konfrontiert. So gab es „Bio-Fleisch“ an nahezu allen Verkaufsständen auf dem Gelände.

Dem Bündnis MASTANLAGENWIDERSTAND wurde unterdessen die Infostandplattform geboten, mit der es möglich war, einen kritischen Gegenstandpunkt zu „Biotierhaltung“ zu setzen und über die Möglichkeiten zu informieren, Mastanlagenneubauten zu verhindern.

Mit einem großen Transpi stellten die Aktivist_innen des Bündnisses ihre Position zum Thema dar: „Artgerecht ist nur die Freiheit!“

Diskutiert wurde am Stand viel über Biohaltung und reduzierten Fleischkonsum. Immer wieder haben die Aktivist_innen von MASTANLAGENWIDERSTAND deutlich gemacht, dass es keine „humane“ Schlachtung geben kann und sehr häufig festgestellt, dass viele Leute Biohaltung automatisch mit einem glücklichen Leben der „bioproduzierten Tiere“ verbinden ohne die konkreten Lebensbedingungen der Tiere zu kennen (mehr Hintergründe zu „Biotierhaltung“ findet ihr hier). Besonders naheliegend ist der falsche Schluss auf ein glückliches Leben der Tiere bei Qualitätssiegeln von Tierschutzverbänden, wie dem „Für mehr Tierschutz“- Label vom Deutschen Tierschutzbund, mit denen Privathofwiesenhofprodukte zertifiziert sind. Dass es sich hierbei allerdings um Verbraucher_innentäuschung handelt, beweisen abermals aktuelle Aufnahmen aus Privathofmästereien. Der Deutsche Tierschutzbund war ebenfalls mit einer Kampagne für artgerechte Tierhaltung beim Tollwood vertreten.

Innerhalb der vier Tage, an denen das Bündnis MASTANLAGENWIDERSTAND am Tollwood verteten war, haben sich viele gute Gespräche und Kontakte zu Menschen ergeben, die das Netzwerk unterstützen wollen oder Informationen austauschen möchten.

Für uns war es eine gute Gelegenheit beim Tollwoodfestival, Tierhaltung im Allgemeinen in Frage stellen zu können, „Biohaltung“ als Tierausbeutung und Verbraucher_innentäuschung zu entlarven (Wir müssen weg von der Tierhaltung) und die Arbeit des Bündnisses vorzustellen.

Denn trotz der gut klingenden Zielsetzung z.B. die Förderung des Umweltbewusstseins und guten Ansätzen in der Praxis, gibt es am Festival Kritikpunkte, die das Bündnis an der Gestaltung des Festivals anzubringen hat. Dazu zählt auch die Vermittlung eines guten Konsument_innengewissens, was beim Tollwood u.a. durch die Werbung mit und dem Verkauf von Bio-Fleisch gefördert wird und die kapitalistische Orientierung der gesamten Veranstaltung, die ebenfalls einer ernsthaften Annäherung an gerechte Verhältnisse diametral entgegensteht.

Wir haben auch ein Schreiben an die Organisator_innen des Tollwood Festivals gesandt und diese Kritik an sie herangetragen und bitten auch euch, die Organisator_innen anzuschreiben und sie zur konsequenten Umsetzung ihrer Ziele: Umweltbewusstsein und Lebensfreude aufzufordern: info@tollwood.de.