Archiv für Januar 2014

Anlagenübersicht

Ansbach – ein riesen Erfolg

Das Landratsamt Ansbach hat nun endgültig bestätigt, dass der Antrag auf Erweiterung einer Hühnermastanlage um 100 000 Tierplätze vom Landwirtzurückgezogen wurde.
An diesem Beispiel zeigt sich erneut, wie wichtig und hilfreich es ist, möglichst früh von der Planung von Tierfabriken zu erfahren und Widerstand zu leisten.

Schmähigen

Der seit 2010 gestellte Antrag auf Neuerrichtung einer Hühnermastanlage mit 80000 Tierplätzen wurde im Sommer offiziell vom Bauherrn zurückgezogen, weil ihm der Widerstand seitens MASTANLAGEN WIDERSTAND zu groß wurde und das Bündniserfolgreich Fehler im Genehmigungsverfahren aufdeckte.
Nun will der Landwirt Jörg Benniger eine bereits 2008 genehmigte, kleinereAnlage mit 40 000 Tieren bauen.
Dieses Vorhaben ist aus unserer Sicht jedoch nicht rechtskräftig, weil eine Genehmigung nach 2 Jahren verfällt. Außerdem gab es eine Änderung im Bezug auf die Grenzwerte für Ammoniak, somit wurde mit EU verfassungswidrigen Grenzwerten gearbeitet.
Im Moment suchen wir das Gespräch mit dem Bund Naturschutz, um sie aufzufordern gegen diesen Missstand zu klagen.

Dillingen

In Bliensbach im Landkreis Dillingen ist erst kürzlich eine Tierfabrik mit 60000 Tieren für Christoph Schmid genehmigt worden. In nur 30 Kilometer Entfernung möchte Karl Zacher seine bestehende Tierfabrik mit 39 000 Tieren um
39 000 Tiere erweitern.. Durch Flyer, Infostände, Transpiaktionen und den Austausch mit Anwohner_Innen, ist es gelungen das Thema in die regionale Presse zu bringen, die Genehmigungsverfahren zu verzögern, klagebereite Menschen zu finden, bürgerliche Proteste vor Ort zu unterstützen und bei diesen Menschen eine Offenheit für Aktionen von Tierbefreiungsaktivist_Innen von MASTANLAGEN
WIDERSTAND zu schaffen.
Das Aktionsbündnis StopptDenSaustall, zusammengesetzt aus widerständigen Bürger_Innen aus verschiedenen Landkreisen, hat sich formiert und treibt mit Unterstützung von MASTANLAGEN WIDERSTAND Proteste und vor allem auch Vernetzung und Informationsaustausch voran.
Aktuell wurde in Bliensbach die Anlage mit der Auflage eine aufwendige Filteranlage einzubauen, genehmigt. Da diese Bedingung mit hohen Kosten verbunden, stellt sich für den Bauherrn Christoph Schmid die Frage, ob sich das Vorhaben weiterhin rentabel ist. Eine Möglichkeit die kostspielige Auflage zu umgehen, wäre eine Ortsverlegung. Dies würde jedoch wiederum bedeuten, dass das Genehmigungsverfahren von neuem aufgerollt werden muss, der Bau erheblich verzögern würde und die Möglichkeit für MASTANLAGEN WIDERSTAND bestünde, auf die Ablehnung der Genehmigung hinzuarbeiten.
Im Moment warten wir also auf die Entscheidung des Bauherrn, um die weitere Vorgehensweise zu planen.

In Ziertheim stößt der Bauherr Karl Zacher auf viel Widerstand sowohl Seitens der Anwohner_Innen, als auch der Stadt. Diese ließ ein Gutachten erstellen, wodurch der Antragsteller wahrscheinlich Änderungen im Bauantrag vornehmen muss. Im Moment wird dieses Gutachten überprüft. Danach wird es hoffentlich zu einer erneuten Auslage des Antrags und somit zu einem erneutem Einwendungszeitraum kommen.

Loiching

Hier wurde beim Landratsamt eine Anfrage auf Erweiterung angefragt. Wir konaktieren den Bauherrn und er versicherte uns, dass er die Anfrage auf Grund der Auflagen zurückzog. Um sicher zu gehen, lassen wir uns die Aussage vom zuständigen Landratsamt schriftlich bestätigen.

Eichstätt

Eine im Genehmigungsverfahren befindliche Anlage, die von 40 000 auf 80 000 Tiere erweitert werden soll. MASTANLAGEN WIDERSTAND konnte eine Unterstützerin vor Ort finden, es wurde Akteneinsicht gestellt. Die Anlage soll als Privathofanlage betrieben werden, und eine Tierzahl von 54 000 erreichen. Jederzeit ist es aber nach derzeitigem Genehmigungsstand möglich die höhere Tierzahl von 80 000 zu erreichen. Im Genehmigungsverfahren wurde die Öffentlichkeit praktisch nicht informiert. Es gab dementsprechend keine Einwendungen. Mit Öffentlichkeitsarbeit soll darüber informiert und das Verfahren kritisiert werden.

Obertrennbach

Die Anlage soll von derzeit 39.500 auf 79.000 Tiere erweitert werden. Der Erörterungstermin war bereits, es gab Einwendungen gegen das Bauvorhaben. Im moment muss ein Gutachten überprüft werden und es fehlen noch Unterlagen, weil er beim Erörterungstermin verschiedene Auflagen gemacht wurden. MASTANLAGENWIDEERSTAND stellt erneut Akteneinsicht und lässt gegebenenfalls Akteneinsicht.

Coburg/Ahorn

Eine Bürgerinitiative kämpft seit Jahren gegen die Anlage mit 39 145 Hühnern. Der von ihr beauftragte Gutachter kam unter anderem zu dem Schluss, dass Emissionen des geplanten Stalls „teilweise unterschätzt“ wurden, die Parameter für die Immissionsberechnungen der Anlage seien „nicht
immer korrekt gesetzt“.
Es wurde eine Klage vor dem Oberverwaltungsgericht München von Anwohner_Innen beantragt, nachdem der sofortige Vollzug der Baugenehmigung angeordnet wurde.
Den Termin zur Verhandlung bei Annahme der Klage werden wir über Facebook ankündigen.

Dachau

Auf Nachfrage beim Landratsamt Dachau erhielten wir die Auskunft, dass sich eine Hähnchenmastanlage im Genehmigungsverfahren befindet.
Es wurde Akteneinsicht gestellt.

MASTANLAGEN WIDERSTAND auf dem Wintertollwood

vom 20.-23.12.2013

Bei dem diesjährigen Wintertollwood war auch MASTANLAGENWIDERSTAND mit einem Infostand vertreten.

Auf dem gesamten Festivalgelände waren Besucher_innen mit dem Thema Fleischkonsum konfrontiert. So gab es „Bio-Fleisch“ an nahezu allen Verkaufsständen auf dem Gelände.

Dem Bündnis MASTANLAGENWIDERSTAND wurde unterdessen die Infostandplattform geboten, mit der es möglich war, einen kritischen Gegenstandpunkt zu „Biotierhaltung“ zu setzen und über die Möglichkeiten zu informieren, Mastanlagenneubauten zu verhindern.

Mit einem großen Transpi stellten die Aktivist_innen des Bündnisses ihre Position zum Thema dar: „Artgerecht ist nur die Freiheit!“

Diskutiert wurde am Stand viel über Biohaltung und reduzierten Fleischkonsum. Immer wieder haben die Aktivist_innen von MASTANLAGENWIDERSTAND deutlich gemacht, dass es keine „humane“ Schlachtung geben kann und sehr häufig festgestellt, dass viele Leute Biohaltung automatisch mit einem glücklichen Leben der „bioproduzierten Tiere“ verbinden ohne die konkreten Lebensbedingungen der Tiere zu kennen (mehr Hintergründe zu „Biotierhaltung“ findet ihr hier). Besonders naheliegend ist der falsche Schluss auf ein glückliches Leben der Tiere bei Qualitätssiegeln von Tierschutzverbänden, wie dem „Für mehr Tierschutz“- Label vom Deutschen Tierschutzbund, mit denen Privathofwiesenhofprodukte zertifiziert sind. Dass es sich hierbei allerdings um Verbraucher_innentäuschung handelt, beweisen abermals aktuelle Aufnahmen aus Privathofmästereien. Der Deutsche Tierschutzbund war ebenfalls mit einer Kampagne für artgerechte Tierhaltung beim Tollwood vertreten.

Innerhalb der vier Tage, an denen das Bündnis MASTANLAGENWIDERSTAND am Tollwood verteten war, haben sich viele gute Gespräche und Kontakte zu Menschen ergeben, die das Netzwerk unterstützen wollen oder Informationen austauschen möchten.

Für uns war es eine gute Gelegenheit beim Tollwoodfestival, Tierhaltung im Allgemeinen in Frage stellen zu können, „Biohaltung“ als Tierausbeutung und Verbraucher_innentäuschung zu entlarven (Wir müssen weg von der Tierhaltung) und die Arbeit des Bündnisses vorzustellen.

Denn trotz der gut klingenden Zielsetzung z.B. die Förderung des Umweltbewusstseins und guten Ansätzen in der Praxis, gibt es am Festival Kritikpunkte, die das Bündnis an der Gestaltung des Festivals anzubringen hat. Dazu zählt auch die Vermittlung eines guten Konsument_innengewissens, was beim Tollwood u.a. durch die Werbung mit und dem Verkauf von Bio-Fleisch gefördert wird und die kapitalistische Orientierung der gesamten Veranstaltung, die ebenfalls einer ernsthaften Annäherung an gerechte Verhältnisse diametral entgegensteht.

Wir haben auch ein Schreiben an die Organisator_innen des Tollwood Festivals gesandt und diese Kritik an sie herangetragen und bitten auch euch, die Organisator_innen anzuschreiben und sie zur konsequenten Umsetzung ihrer Ziele: Umweltbewusstsein und Lebensfreude aufzufordern: info@tollwood.de.