Pressemitteilung: Heimlich still und leise wird die Hähnchenmastanlage nun doch gebaut.

Bau der Tierfabrik

Seit 2010 war und ist das Thema Wiesenhof auch in Donau-Ries in der Tagespresse. Anlass war damals der Bauantrag einer Mastanlage mit 84.900 Hühnern in Schmähingen. Diese sollte als ein weiterer Zulieferbetrieb, der erst kürzlich auf eine Tötungskapazität von 220.000 Tieren pro Tag erweiterten Schlachtfabrik in Straubing/Bogen, des Großkonzerns Wiesenhof dienen.
Kurz nach Bekanntwerden des Bauvorhabens formierte sich bereits Widerstand durch Tierrechtsaktivist_innen und Proteste gegen die Zustände und Entwicklungen der Tierausbeutungsindustrie, welcher auf die Straßen in Schmähingen und Nördlingen getragen wurde. Der Bund Naturschutz hat mit einem Gegengutachten auf Fehler im Genehmigungsverfahren hingewiesen und auf bisher unzureichend beachtete schützenswerte Fauna-Flora-Habitate (FFH-Gebiete), wie sie immer wieder im Ries zu finden sind.
Ein immissionsschutzrechtliches Gegengutachten hat das Genehmigungsverfahren erst einmal ausgebremst und die Frage aufgeworfen, warum die zuständigen Stellen im Landratsamt zu schützende stickstoffempfindliche Lebensräume in keinem der beiden Bauanträge ausreichend beachtet haben.
Nun sind knapp 3 Jahre vergangen seit der Antragstellung für die große Tierfabrik vergangen und Jörg Benninger hat seine Pläne geändert. Anfang August hat er in einem gemeinsamen Gespräch mit dem Sachbearbeiter Marcus Dums im Landratsamt in Donauwörth bekannt gegeben, dass er die Tierfabrik für 39.000 Hühner bauen wird, die ihm im Jahr 2008 ohne jegliche Beteiligung der Öffentlichkeit genehmigt wurde. All dies passierte im Hintertürchen und die Öffentlichkeit erfährt davon nun nur durch Zufall.
Nun ist der Bau in vollem Gange und es wurden von Seiten des Landratsamts weder die Öffentlichkeit noch der Bund Naturschutz informiert.
Aktivist_innen von MASTANLAGEN WIDERSTAND, einem Bündnis gegen Wiesenhof und dessen Zulieferbetriebe, haben durch zufällige Nachfrage von dem Gespräch und den gegenwärtigen Plänen erfahren.
Doch was ist nun mit den schützenswerten FFH-Flächen? Diese finden weiterhin ungeprüft keine Berücksichtigung, obwohl 2008 mit nach EU-Recht gesetzeswidrigen Grenzwerten bezüglich Ammoniakemmissionen gerarbeitet wurde.
Auch ihre eigene Auflage, dass die Genehmigung nach 24 Monaten Jahren verfällt, wenn der Bau nicht begonnen wurde, scheint das Landratsamt nicht zu stören.
Der bevorstehende Bau muss nach Ansicht des Bündnis MASTANLAGEN WIDERSTAND auf jeden Fall verhindert werden. Die Tierfabrik befindet sich nun in unmittelbarer Nähe zur ebenfalls betriebenen Biogasanlage und wurde von Jörg Benninger selbst in seinem Antrag als gefährlich eingestuft. So lautet es in den Antragsunterlagen für den 84.000er Stall: „Die ursprünglich genehmigte Stallung auf Fl.-Nr. 184 soll nicht errichtet werden, da seitens Veterinäre bzw. der Fachleute Bedenken bestehen, dass der nahe Betrieb der Biogasanlage bei Erntearbeiten oder beim Güllefahren zu Einträgen von Krankheitserregern und dergleichen über die Lüftung in die Stallung führen könnte.“ Außerdem befindet sich der aktuelle Standort nun noch mal um 200- 300 Meter näher an der angrenzenden Siedlung und dem zu schützenden FFH-Gebiet.
„Das Landratsamt versucht nach unserer Einschätzung in Absprache mit dem Bauherrn Benninger den einfachsten Weg, ohne große Aufmerksamkeit und Widerstände zu gehen. Wir vom Aktionsbündnis MASTANLAGEN WIDERSTAND fordern, dass der alte Bauantrag wegen Verjährung nach fünf Jahren als nichtig erklärt wird, dass eine Öffentlichkeitsbeteiligung stattfindet, die Erforderlichkeit einer standortbezogenen Umweltverträglichkeitsvorprüfung geklärt wird und das betroffene Schutzgebiet mit aktuellen und gesetzeskonformen Richtwerten Beachtung findet.“ so Martha, eine Sprecherin des Aktionsbündnisses.
„Außderdem fordern wir alle Bürger_innen von Schmähingen, dem Ries und von überall auf gegen dieses Bauvorhaben und damit gegen Ausbeutung und Unterdrückung aktiv zu werden. Auf Kosten von Tieren und der Umwelt sollen in Schmähingen Jahr für Jahr 292.500 Tiere industriell gemästet werden. Kapitalistisches Profitinteresse ist das einzige was für Wiesenhof und andere Agrarindustrielle zählt.“
Das Aktionsbündnis MASTANLAGEN WIDERSTAND wird auf jeden Fall weiterhin Proteste gegen diese Anlage organisieren und versuchen, diese und andere Tierfabriken zu verhindern.


3 Antworten auf „Pressemitteilung: Heimlich still und leise wird die Hähnchenmastanlage nun doch gebaut.“


  1. 1 Monika Becker 30. November 2013 um 7:34 Uhr

    Ich fordere den sofortigen Baustopp dieser Anlagen !!

  2. 2 Michael Jansen 30. November 2013 um 20:37 Uhr

    Das ist eine Riesen-Enttäuschung, einfach schrecklich!

  3. 3 Sven Homeyer 30. November 2013 um 20:39 Uhr

    Weiß nicht, was ich sagen soll, ich finde es nur furchtbar!!!

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