Archiv für Juli 2013

Aktionsbericht zum MASTANLAGEN WIDERSTAND Aktionstag in Dillingen

Am Samstag Morgen, 20.Juli, haben mehrere Aktive des Bündnisses MASTANLAGEN WIDERSTAND in Dillingen einen Informationstisch vor dem Rathaus errichtet, um auf die Hühnermastanlagen aufmerksam zu machen, die in naher Umgebung gebaut werden sollen. Mit Informations- und Bildmaterial, Transparenten sowie mehreren Gruppen, die sich in der Stadt verteilten, um mit Straßentheater und dem Verteilen von Flyern Passant_innen zu informieren, konnten wir in direkten Kontakt mit den Anwohner_innen vor Ort treten.

Wir stellten erfreulicherweise fest, dass die Meisten unsere Informationen interessiert aufnahmen und so konnte wir uns nicht nur über die geplanten Tierfabriken austauschen, sondern auch eine Vernetzung stattfinden.

Am späten Nachmittag sind wir dann nach Bliensbach und Ziertheim gefahren – in unmittelbarer Nähe sollen hier zukünftig Anlagen errichtet werden, in denen je 40.000 Tiere über sieben Mal im Jahr gemästet werden sollen, um anschließend konsumierbar und vermarktet zu werden.
Auch hier wurden Flyer verteilt, die den geplanten Bau der Mastanlagen und die Auswirkung letzterer thematisieren.

Insgesamt sehen wir den Aktionstag als vollen Erfolg – neben vielfältigem Austausch mit den Leuten vor Ort konnten wir gleichzeitig auf weitere Auswirkungen und Folgen von Mastanlagen und industrieller Tierhaltung im Allgemeinen aufmerksam machen!

Unabhängige Aktivist_innen blockieren Wiesenhof-Schlachtfabrik

Wir haben soeben diese Infos erhalten und wollen Euch an der erfreulichen Nachricht teilhaben lassen:
Tierbefreiungsaktivisten blockieren Schlachtfabrik in Wietzen

Wietzen/Holte – Seit heute Vormittag blockieren Tierbefreiungs- und Umweltaktivist_innen drei Fleischtransporter vor der Schlachtfabrik in Holte/Wietzen. Einige Aktivist_innen sitzen auf dem Dach des Transporters. Die betroffene Schlachtfabrik soll plangemäß bis 2014 ausgebaut werden, wodurch die Anzahl der getöteten Tiere pro Tag von 140.000 auf 250.000 gesteigert werden würde.

Am Vormittag haben ca. 10 Aktivist_innen auf dem Zufahrtsweg zur Schlachtfabrik von Wiesenhof in Holte eine Blockade errichtet. Drei Aktivist_innen befinden sich auf den Dächern von drei Fleischtransporters, vier weitere Blockieren mit Transparenten die Straße. Eine Räumung steht derzeit noch nicht an.

fix blockade
Das Foto zeigt die Schlachtfabrikblockade in Bogen vom März dieses Jahres | visual-rebellion.com

„Im Einzelnen fordere ich die Schließung der Schlachtfabrik. Im großen Ganzen sehe ich diese Aktion als Teil einer Bewegung gegen den Kapitalismus und sein lebensverachtendes Ausbeutungsverhältnis. Im Kapitalismus werden Tiere zu Ware gemacht – damit verschwindet das Bewusstsein darüber, dass sich hinter Tierprodukten Individuen befinden, die gefangen gehalten und getötet wurden“, begründet Kirsten L., eine der Aktivistinnen, die Blockade. „Betriebe wie dieser stehen für die totale Ausbeutung anderer Tiere und der Umwelt durch den Menschen“, erklärt sie weiter.

Die Blockade geht von keiner Organisation aus, sondern wird von unterschiedlichen Menschen, die sich auf vielfältige Weisen gegen Tierausbeutung, Umweltzerstörung und Kapitalismus einsetzen, durchgeführt.
„Mein Ziel ist eine Gesellschaft, in der Bedürfnisse, nicht Wachstum und Gewinn zur Grundlage des Handelns gemacht werden und in der alle – ob Mensch oder Tier – in Freiheit und gegenseitigem Respekt leben können“, erklärt Michel aus der Sitzblockade.

In der industriellen Mast wird das Durchschnittshuhn in 30 – 40 Tagen auf engstem Raum auf eineinhalb Kilogramm herangezogen. Nach diesem kurzen Leben werden sie in Transportern zur Schlachtfabrik gefahren und dort getötet. Die Tierhaltung gefährdet zudem durch Treibhausgasemissionen, Wasserverschmutzung und genmanipulierte Futtermittel Klima und Umwelt. Momentan landen 90% der weltweiten Sojaernte und 2/3 der Maisproduktion in den Futtertrögen der Tierindustrien. Auch die wenigen Arbeitsplätze, die in der Industrie bestehen, sind für ihre unwürdigen Bedingungen berüchtigt – gerade aktuell dokumentiert durch die NDR-Reportage zu den Arbeitsbedingungen in den Schlachtfabriken.
„Unsere Aktion richtet sich nicht gegen die unterbezahlten Arbeiter_innen in der Schlachtfabrik, sondern gegen das Unternehmen und gegen die lebensverachtende Industrie, für die es steht.“ kommentiert der Blockierer Paul die Aktion.
„Von Rot-Grün lässt sich vielleicht erhoffen, dass die zulässige Größe der Ställe etwas verringert wird. Ich glaube aber kaum, dass das eine Verbesserung darstellt. Ich fordere die Abschaffung aller Käfige und eine hoffe auf Bewegung von unten“, so Paul weiter.

Weitere Informationen und baldmöglichst Fotos unter:
www.AntiIndustryFarm.blogsport.de